Die Tranchenstrategie
Eine Tranchenstrategie an der Börse bedeutet, eine größere Investition in kleinere Teilbeträge (Tranchen) aufzuteilen, um das Risiko von schlechtem Timing zu minimieren, durch gestaffelte Käufe einen besseren Durchschnittspreis zu erzielen und von Marktschwankungen zu profitieren, indem man bei fallenden Kursen nachkauft – ähnlich dem Dollar-Cost-Average-Effekt, aber oft mit aktiverem Handeln bei Rücksetzern. Man investiert also nicht alles auf einmal, sondern plant mehrere Käufe zu verschiedenen Zeitpunkten oder Kursniveaus, um den Einstiegspreis zu optimieren.
Vor allem in volatilen Märkten mit kurzfristige Schwankungen empfiehlt es sich, die Tranchenstrategie anzuwenden, sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf.
So funktioniert's:
- Persönliches Limit: Es empfiehlt sich, zunächst ein persönliches Limit für die Gesamtposition einer Aktieninvestition zu setzen, also wie viel man maximal in eine Aktie investieren möchte (bspw. 10.000€)
- Aufteilung: Das Gesamtinvestment wird in mehrere Tranchen (z.B. 4x 2.500 € statt 1x 10.000 €) geteilt.
- Zeitpunkt: Käufe erfolgen gestaffelt:
- Zeitbasiert: Regelmäßig (z.B. monatlich).
- Kursbasiert: Bei bestimmten Kursrückgängen (z.B. nach jedem 10%igen Fall).
Ziel: Den Durchschnittspreis senken, indem man bei Tiefpunkten mehr Anteile kauft, als bei Hochpunkten. So vergrößert sich die gesamte Aktien-Position, während günstigere Käufe den durchschnittlichen Einkaufs- bzw. Einstandskurs verringern. Man sollte nicht zu teuer kaufen, trotzdem den Geiz im Griff behalten. Beim Verkauf sollte ähnlich vorgegangen werden. Auch in Kurssteigerungen in Verbindung mit Neubewertungen oder Peaks sollte in Tranchen verkauft werden.
Vorteile:
- Risikominimierung: Reduziert das Risiko, kurz vor einem Marktabsturz zu investieren.
- Besserer Durchschnittspreis: Erzielt durch Nachkäufe bei fallenden Kursen einen günstigeren Einstandspreis.
- Psychologischer Vorteil: Verhindert, dass man aus Angst vor fallenden Kursen gar nicht investiert.